Das Toratau-Riffmassiv im südlichen Ural ist neu auf der Liste der UNESCO-Geoparks. © Evgeniy Romanov/iStock via Getty Images
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Naturwunder in aller Welt

Neue UNESCO-Geoparks: Diese Regionen gehören jetzt zum Welterbe

Das Netzwerk der UNESCO Global Geoparks wächst weiter: Zwölf Regionen wurden frisch in den exklusiven Kreis aufgenommen. Damit zählen mittlerweile 241 Gebiete in 51 Ländern zu diesem internationalen Verbund. Das Programm wurde im Jahr 2015 ins Leben gerufen und feiert dieses Jahr sein zehnjähriges Jubiläum.

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Dahar Geopark in Tunesien.
Dahar Geopark in Tunesien. ©Shutterstock-2471089741_npfsw6

Tunesien neu dabei

Die neu hinzugekommenen Geoparks veranschaulichen die geologische Bandbreite unseres Planeten und vereinen beeindruckende Naturkulissen mit wissenschaftlichem Wert sowie sanftem Tourismus. Eine Premiere gelingt Tunesien: Mit dem Dahar-Geopark erhält das nordafrikanische Land seinen ersten UNESCO-Geopark überhaupt. Zugleich handelt es sich erst um den dritten Standort dieser Art auf dem afrikanischen Kontinent.

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In Griechenland kannst Du den Vulkankrater auf der Insel Nisyros begehen. © Gianni Innocenti/iStock via Getty Images
In Griechenland kannst Du den Vulkankrater auf der Insel Nisyros begehen. © Gianni Innocenti/iStock via Getty Images

Geologische Schaufenster der Erdgeschichte

Geoparks lassen sich als Freiluftmuseen der Erdvergangenheit beschreiben. Vor Ort werden geologische Vorgänge erfahrbar, die sich über Jahrmillionen erstreckten. Egal, ob vulkanische Eruptionen, eiszeitliche Gletscher oder die Auffaltung mächtiger Bergketten – jede Region birgt ihre eigene Erzählung.

"Jede Felsformation, jeder Canyon und jedes Fossil erzählt eine Geschichte, die der gesamten Menschheit gehört", betonte UNESCO-Generaldirektor Khaled El-Enany bei der Vorstellung der Neuaufnahmen. Das Programm verfolge zudem den Anspruch, diese Landschaften nicht ausschließlich zu bewahren, sondern sie auch für Bildung, Wissenschaft und die regionale Wertschöpfung erlebbar zu machen.

Europas Auswahl: Vulkane, Fjorde und rote Felsen

Vier der zwölf Neuzugänge sind in Europa beheimatet und führen vor Augen, wie vielfältig geologische Formationen auf engstem Raum sein können. Auf der griechischen Insel Nisyros bestimmt eines der jüngsten und aktivsten Vulkansysteme des Landes das Landschaftsbild: Der Stefanos-Krater rangiert unter den größten hydrothermal aktiven Kratern Europas.

Im westlichen Irland erstreckt sich der Geopark Joyce Country & Western Lakes über die Grafschaften Mayo und Galway. Seine Gesteine reichen rund 700 Millionen Jahre zurück, ihren Höhepunkt erreichte die Grampian-Taconic-Gebirgsbildung vor etwa 450 Millionen Jahren. Mit Killary Harbour beherbergt der Park zudem Irlands einzigen Fjord.

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Die portugiesische Praia do Evaristo ist ein spektakuläres Fotomotiv. © RobChristiaans/iStock via Getty Images
Die portugiesische Praia do Evaristo ist ein spektakuläres Fotomotiv. © RobChristiaans/iStock via Getty Images

In Portugal kam mit Algarvensis ein Areal in der Algarve hinzu, das durch miozäne Fossilien an der Praia do Evaristo sowie das Salzbergwerk von Loulé, Portugals tiefster öffentlich zugänglicher Punkt, Bekanntheit genießt. An der Lagoa dos Salgados haben sich überdies Tsunami-Ablagerungen des Erdbebens von Lissabon aus dem Jahr 1755 erhalten.

Den vierten europäischen Neuzugang stellt der südfranzösische Geopark Terres d'Hérault in Okzitanien dar, charakterisiert durch die auffallend roten Gesteinsformationen rund um den Lac du Salagou.

Vom Tibet-Plateau bis in die Wüste: 8 Standorte außerhalb Europas

Acht der zwölf Neuaufnahmen verteilen sich auf andere Kontinente. China kommt gleich doppelt zum Zuge: Changshan mit mit Fossilien aus mehr als einer Milliarde Jahren Erdgeschichte, während der Mt. Siguniang am östlichen Rand des Tibet-Plateaus mit Granitgipfeln und einem komplexen tektonischen Faltengefüge aufwartet.

Japan ist mit dem Karstplateau Miné-Akiyoshidai in der Präfektur Yamaguchi vertreten, das für seine weitläufigen Kalksteinhöhlen geschätzt wird. Malaysia bringt es ebenfalls auf zwei Standorte: Lenggong, eine Fundstätte archäologischer Spuren aus der frühen Menschheitsgeschichte, sowie das Sarawak-Delta auf Borneo.

Das Toratau-Riffmassiv in Baschkortostan.  © Evgeniy Romanov/iStock via Getty Images
Das Toratau-Riffmassiv in Baschkortostan. © Evgeniy Romanov/iStock via Getty Images

Russland steuert mit Toratau in Baschkortostan ein paläozoisches Riffmassiv im südlichen Ural bei.

Der tunesische Dahar-Geopark wiederum hält die geologische Geschichte der südtunesischen Wüste fest. Komplettiert wird die Liste von Manantiales Serranos in Uruguay, einer Region, die durch alte metamorphe Gesteine des präkambrischen Schilds geprägt ist.

Sanfter Tourismus als Leitgedanke

Ein prägendes Merkmal der UNESCO-Geoparks ist die Verzahnung von Naturschutz und sanftem Tourismus. Reisende sollen die landschaftliche Pracht nicht nur bestaunen, sondern auch ein vertieftes Verständnis für die Entstehungsgeschichte und Bedeutung dieser Orte gewinnen. Zugleich kommen die einheimischen Gemeinschaften wirtschaftlich auf ihre Kosten, indem regionale Erzeugnisse, Bräuche und Wissen in den Tourismus eingebunden werden.

Die zwölf Neuaufnahmen unterstreichen einmal mehr: Die fesselndsten Kapitel unseres Planeten finden sich nicht zwischen Buchdeckeln, sondern unmittelbar in der Landschaft selbst. Ob in den Vulkangebieten Europas, den Karst- und Hochgebirgslandschaften Asiens oder den Wüstenarealen Nordafrikas: Jede dieser Regionen lädt Reisende dazu ein, die Entwicklung der Erde nachzuvollziehen und gleichzeitig die Notwendigkeit ihres Schutzes zu begreifen.

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Quelle: spot on news