Die Route im Überblick
Startpunkt: Nizza
Endpunkt: Saint-Tropez
Gesamtstrecke: circa 180 km (ohne Umwege)
Empfohlene Reisedauer: 5–7 Tage
Beste Reisezeit: Mai–Juni oder September–Oktober
Die Route verläuft von Nizza westwärts entlang der Küste über Antibes, Cannes und Fréjus bis nach Saint-Tropez. Wer möchte, hängt östlich von Nizza noch einen Abstecher nach Monaco und Menton an, das lohnt sich.
Etappe 1: Nizza – Corniche-Fahrt & erste Eindrücke
Nizza ist der perfekte Startpunkt: Der Flughafen liegt direkt an der Küste, Mietwagen gibt es in allen Kategorien, und Du kannst direkt vom Terminal in den Urlaub starten. Bevor Du die Stadt verlässt, verbringe einen Morgen auf dem Cours Saleya, dem bunten Markt in der Altstadt, wo die Locals ihr Gemüse kaufen und der Kaffee noch bezahlbar ist. Dann geht's auf die Grande Corniche, die höchste der drei Küstenstraßen. Von hier oben siehst Du die gesamte Bucht von Nizza, das Meer liegt blau und flach unter Dir, und Du verstehst sofort, warum Grace Kelly einst hier ihren letzten Weg fuhr.
Tipp: Das Dorf Èze thront auf einem Felsen 429 Meter über dem Meer. Die Gassen sind eng, die Aussicht atemberaubend und wenn Du früh genug da bist (vor 10 Uhr), hast Du das Dorf fast für Dich allein.
“Kurzer Abstecher: Monaco ist kein Pflichtprogramm, aber wer noch nie dort war, sollte es mitnehmen. Die Fahrt von Nizza dauert gut 20 Minuten. Das Fürstentum ist winzig und das Parken mit dem Mietwagen kostet entsprechend. Am besten lässt Du den Wagen am Stadtrand stehen und läufst hinauf zum Rocher de Monaco, dem Felsen mit Fürstenpalast und Kathedrale. Unten am Hafen die Yachten bestaunen ist kostenlos und erstaunlich unterhaltsam. In Monaco gilt: Fahren ja, parken teuer. Nutze Parkhäuser am Rande (z. B. Parking des Spelugues), plane mindestens 3–4 Euro pro Stunde ein.“
Etappe 2: Antibes – die unterschätzte Perle
Antibes liegt zwischen Nizza und Cannes und wird von vielen Reisenden einfach durchfahren. Schade, denn die Stadt hat mehr Charakter als ihre berühmteren Nachbarn. Die Altstadt mit ihren ockergelben Häusern und dem Picasso-Museum (der Künstler lebte hier nach dem Krieg) ist gut zu Fuß erkundbar. Der Hafen Port Vauban beherbergt die größten Superyachten des Mittelmeers, kostenlos zu bewundern vom Stadtwall aus.
Wer etwas Ruhe sucht, fährt weiter zum Cap d'Antibes: eine Halbinsel mit einer kleinen Küstenstraße, umgeben von Pinien und alten Villen. Das Hotel Du Cap-Eden-Roc war Scott Fitzgeralds liebster Ort an der Riviera und diente zur Inspiration einer seiner bekanntesten Romane. Heute sind die Zimmer für normale Sterbliche kaum erschwinglich, aber die Aussicht vom Ufer ist kostenlos.
Etappe 3: Cannes – Glamour auf Dosierung
Cannes braucht man nicht zu erklären. Die Croisette, der Boulevard am Meer mit seinen Palasthotels, das Palais des Festivals, all das ist schöner in echt als auf Fotos. Zwei Stunden Bummel und ein Café am Strand reichen, um das Flair aufzusaugen. Der unterschätzte Teil von Cannes: Le Suquet, die Altstadt auf dem Hügel. Von dort oben siehst Du die ganze Bucht und die kleinen Restaurants in den Gassen sind entspannter als die Adressen an der Croisette.
Wer einen halben Tag übrig hat, sollte die Fähre zu den Îles de Lérins nehmen. Die kleine Insel Saint-Honorat gehört einem Kloster, dessen Mönche Wein anbauen, den Du dort direkt kaufen kannst. Den Mietwagen lässt Du an der Anlegestelle stehen.
Mietwagen-Tipp: Parken in Cannes ist brutal teuer und knapp. Nutze das Parkhaus Suquet Forville und komm lieber morgens früh an, bevor die TagestouristInnen eintreffen.
Etappe 4: Fréjus & Saint-Raphaël – römisch, entspannt, echt
Zwischen Cannes und Saint-Tropez liegt ein Küstenabschnitt, der zu Unrecht häufig übersprungen wird. Fréjus ist eine der ältesten römischen Städte Frankreichs: Amphitheater, Aquädukt, Theater, alles noch gut erhalten und ohne die Menschenmassen der bekannteren Städte.
Das benachbarte Saint-Raphaël ist ein klassisches französisches Seebad, das sich kaum für TouristInnen verbiegt. Wer einen ruhigen Abend vor dem finalen Saint-Tropez-Tag sucht, ist hier genau richtig.
Keine Kreditkarte? Kein Problem!
Buche ganz einfach Deinen Mietwagen ohne Kreditkarte.
Beachte: Lies die Mietbedingungen und suche nach dem Stichwort “Kaution” um sicher zu gehen, dass vor Ort keine Karte benötigt wird. Ohne Kreditkarte heißt nicht gleich ohne Kaution.
Etappe 5: Saint-Tropez – das Ziel, das polarisiert
Saint-Tropez ist das Ende der Route und das passt: Es ist ein Ort, über den man geteilter Meinung sein kann. Im Juli ist die Stadt verstopft, laut und für normale UrlauberInnen kaum genießbar. Im Mai, Juni oder September ist alles anders. Der Hafen ist immer noch der schönste Anblick: Fischerboote neben Yachten, Cafés mit Terrassen, Boules-Spieler auf dem Platz nebenan. Das Musée de l'Annonciade zeigt eine erstaunlich gute Sammlung mit Werken von Matisse, Signac und Bonnard und ist meistens halbleer. Der Strand Plage de Pampelonne liegt ein paar Kilometer außerhalb und ist riesig: Zwischen den berühmten Beach Clubs gibt es freie Abschnitte, die völlig unkompliziert und kostenlos sind.
Mietwagen-Tipp Spezial Saint-Tropez: Im Sommer gibt es fast keine Chance auf Parken im Ort. Am besten den Mietwagen am Pendelbus-Parkplatz in Gassin abstellen und mit dem Shuttle reinfahren.
Praktische Mietwagen-Tipps für die Côte d'Azur
Welches Auto?
Kleiner ist besser. Ein Kompaktwagen oder ein kleines Cabrio kommt durch enge Gassen, findet leichter Parkplätze und ist auf den kurvenreichen Corniche-Straßen agiler. Ein SUV klingt verführerisch, aber Du wirst es in Èze oder den Altstadtgassen bereuen.
Die Corniche-Straßen
Es gibt drei Küstenstraßen zwischen Nizza und Monaco: die Grande, die Moyenne und die Basse Corniche. Alle drei lohnen sich, aber für den schönsten Ausblick fahre aufwärts auf der Grande Corniche und zurück auf der Moyenne. Die Basse Corniche (direkt am Meer) ist dafür die mit dem meisten Verkehr.
Mautstraßen
Die A8 (die Autobahn entlang der Küste) ist mautpflichtig. Die Abschnitte sind kurz und die Gebühren überschaubar. Wer die Küstenstraßen bevorzugt, kann die Autobahn fast komplett vermeiden.
Tanken
Vermeide Tankstellen direkt an der Autobahn und in Monaco, dort ist Benzin deutlich teurer.
Navigationssystem
Viele Orte an der Côte d'Azur haben mehrere Stadtteile mit ähnlichen Namen, und ohne Navi fährt man sich schnell fest. Google Maps funktioniert gut, Waze ist lokal beliebt und kennt auch kurzfristige Staus.
Wann am besten fahren?
Mai und Juni sind ideal: Die Gärten blühen, die Temperaturen sind angenehm (22–26 °C), und die Strände sind noch nicht überfüllt. Einzige Ausnahme: Cannes Ende Mai zur Filmfestzeit, dann ist die Stadt komplett ausgebucht und teuer.
September und Oktober sind ähnlich entspannt: weniger TouristInnen, das Wasser noch warm genug zum Baden, günstigere Preise für Mietwagen und Hotels.
Wer trotzdem im Juli oder August fährt: Früh morgens auf den Straßen sein, mittags eine Pause einlegen und die Orte abends genießen, wenn die TagestouristInnen wieder weg sind.
Fazit: Südfrankreich mit dem Mietwagen
Die Côte d'Azur ist nicht nur Kulisse für Reiche, sie ist eine der vielseitigsten Küsten Europas. Mit mittelalterlichen Dörfern über dem Meer, wilden Calanques, provinzialischen Märkten und ja, auch Glamour, wenn man ihn haben will.