Autobahnen in Italien: So funktioniert die Maut
Italien verfügt über ein gut ausgebautes Autobahnnetz, die sogenannten „Autostrade". Das System funktioniert im geschlossenen Prinzip: Du ziehst beim Auffahren ein Ticket und bezahlst beim Verlassen der Autobahn.
Die Gebühr richtet sich nach der gefahrenen Strecke und der Fahrzeugkategorie. Für einen PKW (Klasse 1) zahlst Du durchschnittlich 7 bis 9 Euro pro 100 Kilometer, je nach Strecke und Betreiber kann der Betrag aber deutlich variieren. Vom Brenner bis zum Gardasee kostet die Fahrt rund 15 Euro, bis nach Rom sind es rund 55 bis 60 Euro. Auch einige Schnellstraßen („Superstrade") können mautpflichtig sein, das ist aber weniger verbreitet.
Die Mautgebühren wurden zum 1. Januar 2026 auf fast allen Autobahnen um durchschnittlich 1,5 Prozent erhöht. Am stärksten betroffen ist die Strecke Salerno–Pompei–Neapel.
Wie erkennt man mautpflichtige Straßen?
Mautpflichtige Straßen sind in Italien durch grüne Schilder mit der Aufschrift „Pedaggio“ gekennzeichnet. Diese Schilder befinden sich meist an den Auffahrten zu den Autobahnen und Mautstraßen.
Zahlungsmethoden an der Mautstation
An jeder Mautstation gibt es drei Spurtypen, erkennbar an der Farbe der Beschilderung:
Weiße Spur – Barzahlung oder Kreditkarte, mit Personal oder Automat. Längste Wartezeiten, besonders in der Ferienzeit.
Blaue Spur „Carte" – ausschließlich Kreditkarte oder Bankkarte, kein Bargeld. Meist deutlich schneller.
Gelbe Spur „T" – nur für Fahrzeuge mit Mautbox (Telepass, ADAC Mautbox oder ähnliche). Durchfahrt ohne Anhalten.
Mautbox: Lohnt sich das?
Einige Mietwagen sind bereits mit einem Telepass-Gerät ausgestattet. Damit fährst Du an Mautstationen einfach durch die gelbe Spur, ohne anzuhalten. Praktisch vor allem auf langen Strecken oder während der Hauptreisezeit. Die Abrechnung erfolgt automatisch über den Mietvertrag. Frag beim Anbieter nach, ob das Fahrzeug damit ausgestattet ist und welche Zusatzkosten anfallen.
Wer mehrere Reisen pro Jahr plant, kann sich auch eine eigene Mautbox (ADAC Mautbox, bip&go) zulegen. Für einen einzelnen Urlaub rechnet es sich in der Regel nicht.
“Die Viacard, früher eine weit verbreitete Prepaid-Guthabenkarte, ist seit Ende 2024 nicht mehr erhältlich. Bestehende Karten können noch bis Ende 2029 aufgebraucht werden.“
Free Flow: Maut ohne Schranken
Auf bestimmten Autobahnen in Norditalien gibt es keine Mautstationen mehr. Wer dort nicht aufpasst, fährt einfach durch und bekommt, wenn er nicht aufpasst, Wochen später Post mit einer Zahlungsaufforderung oder einem Bußgeld.
Im Free-Flow-System werden Kennzeichen automatisch per Kamera erfasst. Eine Bezahlung vor Ort ist nicht möglich. Die Maut muss innerhalb von 15 Tagen nach der Fahrt online oder per App beglichen werden.
Aktuell betroffene Strecken (Stand 2026):
| Autobahn | Strecke | Zahlung |
|---|---|---|
| A36, A59, A60 | Pedemontana Lombarda nördlich von Mailand | App „Pedemontana Lombarda" oder apl.pedemontana.com |
| A33 | Asti – Cherasco (Piemont) | App „FreeFlow A33" oder asticuneo.it/en/pay-online |
| A21racc | Südlich von Brescia (seit März 2026) | App „FreeFlow A21" |
Tipp: Wer die Strecke kennt, registriert das Kennzeichen vorab auf der jeweiligen Website. Dann wird die Maut automatisch von der hinterlegten Kreditkarte abgebucht. Die Seiten sind auf Englisch oder Italienisch verfügbar, eine deutsche Version gibt es nicht.
Wer eine Mautbox nutzt, fährt auch auf Free-Flow-Strecken einfach durch, die Abbuchung erfolgt automatisch.
Erkennungszeichen: Wenn Du beim Auffahren kein Ticket ziehen kannst und keine Schranke siehst, befindest Du Dich vermutlich auf einer Free-Flow-Strecke. Im Zweifel nach der Fahrt auf der entsprechenden Website prüfen.
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City-Maut: Umweltzonen in italienischen Städten
In vielen historischen Innenstädten gibt es sogenannte Zona a Traffico Limitato (ZTL) – Zonen mit eingeschränktem Fahrzeugzugang. Für MietwagenfahrerInnnen sind sie besonders heikel, weil Kameras an den Einfahrten automatisch Kennzeichen erfassen und Bußgelder direkt an den Mietwagenanbieter weitergeleitet werden, der sie dann mit einem Aufschlag an Dich weiterreicht.
ZTL-Zonen sind durch Schilder mit rotem Kreis und der Aufschrift „ZTL" gekennzeichnet. Die Einschränkungen gelten oft nur zu bestimmten Tageszeiten oder Jahreszeiten, die Regeln variieren stark von Stadt zu Stadt.
Städte mit ZTL-Zonen:
Mit Apps wie „Waze“ oder „Google Maps“ kannst Du mautpflichtige Autobahnen umgehen, indem Du alternative Routen über Landstraßen wählst. Für die Vermeidung der City-Maut in ZTL-Zonen helfen „MyCicero“ oder „EasyPark“ dabei, alternative Routen und Parkplätze außerhalb der Zonen zu finden, um Strafgebühren zu vermeiden.
Tunnelmaut in Italien
Einige der großen Alpenübergänge und grenzüberschreitenden Tunnel sind zusätzlich zur normalen Autobahnmaut mautpflichtig. Die Tarife gelten je einfacher Fahrt für PKW (Stand 2026):
| Tunnel | Verbindung | Maut |
|---|---|---|
| Mont-Blanc-Tunnel | Italien – Frankreich (Aosta-Tal) | circa 56,40 Euro |
| Fréjus-Tunnel | Italien – Frankreich (Piemont) | circa 56,40 Euro |
| Gran San Bernardo | Italien – Schweiz (Aosta-Tal) | circa 31 Euro |
| Munt-la-Schera-Tunnel | Italien – Schweiz (Livigno) | zwischen 15 und 35 CHF (je nach Saison und Wochentag) |
| Brennerbasistunnel | Österreich – Italien (Südtirol) | circa 12,50 Euro (zusätzlich zur Autobahnmaut) |
Die Maut für diese Tunnel kann entweder vor Ort bar, per Kreditkarte oder Telepass bezahlt werden. Je nach Saison können die Preise abweichen.
Hinweis: Der Mont-Blanc-Tunnel ist in den nächsten Jahren wegen Sanierungsarbeiten wiederholt zeitweise gesperrt. Aktuelle Informationen gibt es auf der Website des Tunnelbetreibers.
Maut vermeiden – geht das?
Grundsätzlich ja: Wer Autobahnen meidet und über Landstraßen fährt, zahlt keine Maut. Apps wie Waze oder Google Maps bitten bei der Routenplanung, mautpflichtige Strecken zu vermeiden. Das spart Geld, kostet aber je nach Strecke deutlich mehr Zeit, auf langen Etappen oft mehrere Stunden. Für Strecken wie Brenner–Gardasee oder Mailand–Florenz sind die Autobahnen in der Regel die deutlich praktischere Wahl.