Das Hotel hatte es schwer mit uns - es ist ein Halbpension-Hotel, wir hatten eigentlich All inclusive in einem Nachbarhotel gebucht, dass jedoch überbucht war. Doch die Mitarbeiter des Kamari haben sich nach Kräften bemüht, uns und weitere "Mitleidende" zufrieden zu stellen - mit Erfolg. Es endete damit, dass alle froh waren, dort gelandet zu sein. Das Hotel ist von der Ausstattung eher einfach und funktionell. Normalerweise bietet das Kamari nur Halbpension an, für uns als eigentliche All-inclusive-Touris machten sie sich eine Menge möglich, obwohl sie dies laut ihrer Aussage vorher noch nie hatten. Die Anlage verfügt über ein Haupthaus, ein Nebenhaus und etliche Appartmentbungalows, in denen wir leider nicht untergebracht waren - dort gab es eine wunderschöne Gartenanlage, die wir (im Nebenhaus) leider nur per Zufall mitbekommen haben. Es gibt maximal zwei Stockwerke - daher keine Touri-Betonburg. Der Zustand der Zimmer war einfach und funktionell, die Architektur nach unseren Maßstäben griechisch. Die Zimmer wurden täglich gereinigt, alle zwei Tage gab es neue Handtücher - auf besondere Bitte bei der Reinigungsfrau angefragt - gab es auch schon einmal außer der Reihe neue Handtücher. Wenn man höflich fragte, bekam man vieles ermöglicht. Der Altersdurchschnitt der Gäste lag von Anfang Zwanzig bis Ende Sechzig - alles in Maßen vertreten. Insgesamt eher ruhig. Vertreten waren vornehmlich Italiener, Deutsche und vereinzelt Polen und Skandinavier. Nur die Italiener hoben den Geräuschpegel kurzfristig zwischen 9.30 und 10.30 ein wenig an, wenn sie in etlichen Versuchen ihre Motorroller und Vespas starteten - danach stand der Entspannung nichts im Wege. Rollstuhlfahrer würden im Kamari ein Problem bekommen. Das Gros der Zimmer und das Haupthaus mit dem Speisesaal ist nur über Treppen zu erreichen. Für Familien mit Kleinkindern ist das Kamari wahrscheinlich zu langweilig. Außer einem niemals genutzten Spielplatz gibt es einen Kinderpool - ansonsten bietet das Hotel für diese Altersgruppe nichts. Wer auf Rhodos Urlaub machen will und wirklich etwas sehen will, mietet sich zumindest für einige Tage ein Auto oder einen Roller. Für diese Leute ist Lardos eine gute Ausgangsposition, da Süden und Norden in etwa gleich weit entfernt sind. Das Hotel bietet eine eigene Autovermietung. Wer im Juli/August nach Rhodos reist, muss mit sehr heißen Temperaturen rechnen. Diese spürt man jedoch an den wenigsten Tagen, weil tagsüber ein beständiger Wind weht. Eine Klimaanlage für das Zimmer zu mieten, ist dennoch empfehlenswert, auch am Abend betragen die Temperaturen gern noch weit über 20 Grad. Dann flaut auch der Wind ab. Wer im Kamari Urlaub macht, sucht den Kontakt zu Personal und anderen Gästen. Zu empfehlen ist eine Fahrt nach Lindos, nach Rhodos oder eine Katamaran- oder Bootstour entlang der Küste. Auch eine Fahrt zum Prasonisi- und zum Fourni-Strand sowie nach Monolithos sind sehr empfehlenswert. Ein weiteres Muss ist der Trip ins Schmetterlingstal sowie eine Tour über den Ataviros mit grandiosem Blick Richtung Chalki, Kos und Co. - bei klarem Wetter sieht man die türkische Küste liegen.
Die Zimmer sind einfach und funktionell, aber sauber. Viel mehr gibt es kaum zu sagen. Klima normalerweise extra, Kühlschrank extra. Wir hatten zwei Einzelbetten, die wir zusammenschieben mussten - gewöhnungsbedürftig. Einen großen Balkon hat jedes Zimmer, wir hatten direkten Meerblick, auf Grund der Randlage zum Touri-Bereich wunderschönen Blick auf den sternklaren Himmel, inklusive Meeresrauschen und Grillengezirpe. Minibar - nein, Telefon war Standard. Safe im Haupthaus gegen Gebühr. Tägliche Reinigung, zweitägiger Handtuchwechsel, regelmäßige Bettwäschwechsel - keine Beschwerden. Kein TV. Stromversorgung europäischer Standard, 220 Volt. Die Gartenanlage im Bereich der Bungalows ist optisch eher zu empfehlen als die Umgebung im Haupt- und Nebenhaus.
Obwohl das Kamari ein eher kleines Angebot an Restaurants und Bars hat, wollen wir diese Note vergeben. Es gibt neben dem normalen Speisesaal mit kleinem Buffet (Frühstück leider immer gleich, dennoch frisch und schmackhaft, niemand hat sich darüber beschweren wollen), nicht immer nur landestypisch - es ist eine Mischung aus griechischen und europäisch gleichermaßen akzeptierten Speisen. Der Speisesaal ist sauber, das Personal freundlich - das Flair fehlt ein wenig. Bis 17 Uhr gibt es in der angeschlossenen Taverne eine exzellene Auswahl an griechischen und anderen Gerichten - der Service ist auch hier sehr freundschaftlich. Dreh- und Angelpunkt des gesamten Tages ist die Poolbar. Dort gibt es von 10 Uhr bis 17 Uhr eine erstaunliche Vielzahl an Gerichten und Snacks, dazu ein großes Angebot an Getränken bis früh am Morgen (3 Uhr früh war häufig der Fall). Wer nach 17 Uhr noch Hunger hat, bekommt auch gern noch eine Pizza, Erdnüsse oder frische Orangenscheiben (O-Ton Manolis: "You need Vitamins..."). Wer will, erfährt in diesem Hotel eine sehr offene und freundschaftliche Art, mit den Gästen umzugehen. Wer seine Ruhe will, bekommt sie auch.
Auch wenn das Hotel einfach ausgestattet war - die Freundlichkeit in diesem Haus ist umwerfend. Grundsätzlich spricht jeder der Angestellten englisch, wenn nicht, ist pronto ein ebensolcher geholt. Die wichtigsten Leute - Rezeption oder auch der Chef persönlich - sprechen gut deutsch und haben immer ein offenes Ohr für Sorgen und Probleme. Besonders beeindruckend sind die zwei Mitarbeiter der Poolbar - Irene und Manolis sprechen beide ausreichend deutsch, fließend englisch und sind jederzeit zu einem persönlichen Gespräch bereit. Gerade wir mit unserem "all-inclusive-trouble" hatten von Anfang an das Gefühl, dass die Mitarbeiter des Kamari Beach sich alle Mühe gaben, die Scharten der Anderen voll auszuwetzen. Kompliment, sehr gut gelungen. Wir haben im Nachhinein dank dieser tollen Leistung diesen Urlaub sehr genossen. Bitten um zusätzliche Laken/Handtücher wurden prompt erfüllt, Beschwerden wurden entweder umgehend weitergeleitet oder selbst gelöst. Dieser Bereich ist das riesengroße Plus des Hauses.
Das Hotel und die Gegend um Lardos ist nichts für Disco- und Partygänger - diese Klientel ist eher in Faliraki gut aufgehoben, dass optisch an Playa de Palma auf Mallorca erinnert. Wer in Lardos absteigt, sucht Ruhe, Entspannung, schwimmt und sonnt sich gern und stellt beim Schnorcheln keine zu hohen Ansprüche. Außerdem scheut sich der ideale Gast nicht, Wege in andere Regionen per Bus oder Mietauto auf sich zu nehmen und genießt ansonsten lange Abende an der Poolbar des Hotels in netter Gesellschaft. Wer sich kein Mietauto oder keinen Roller leisten will, kann direkt an der Küstenstraße in zu Fuß problemlos erreichbarer Entfernung mehrere Bushaltestellen finden. Da wir über ein Auto verfügten, können wir über Takte und Preise leider nichts sagen. Nur wenige Kilometer weiter gibt es den öffentlichen Glystra-Strand, der 3,50 pro Tag, Person und Liege kostet, der ein Sandstrand ist und weitere kleine Schnorchelerlebnisse bietet - auch dort sind Toiletten und ein gut ausgestatteter Imbiss vorhanden. Das Kamari Beach liegt direkt an einem wenig überfüllten Strand, Liegen und Schirme sind normalerweise am Strand separat zu bezahlen. Die ersten Meter vor der Wasserkante sind Sand, der Einstieg ins Wasser ist für empfindliche Füße besser mit Badeschuhen zu regeln. Es liegt in einer direkten Kette mit dem Princess Hotel und dem Montemar (das wir ursprünglich gebucht hatten...) am Strand. Wasserspaß- und -sportangebote sind in zu Fuß gut auf Höhe von Princess/Montemar zu erreichen - kosten aber extra. Direkt auf dem Gelände des Kamari gibt es einen überraschend umfangreich sortierten kleinen Supermarkt - die Angestellten sprechen englisch, ein paar Brocken deutsch und sind gern bereit, dem interessierten Gast auch einige Brocken Griechisch in unendlicher Geduld beizubringen (beste Grüße an Maria!!). Animation gibt es in diesem Hotel wenig - einmal pro Woche gibt es einen griechischen Abend mit einer Sirtaki-Tanzgruppe, die auch zum Mitmachen animiert. Wer nicht möchte, kann dies sagen, und dann ist Ruhe. Wer Lust hat, ist willkommen. Der Ort Lardos ist ca. fünf Kilometer entfernt. Wer dort seine Abende verbringen möchte, hat entweder Lust auf halbstündige Spaziergänge, hat ein Auto oder nimmt sich für etwa fünf Euro ein Taxi - davon fahren genug in der Gegend herum. Oder er riskiert einen Spaziergang am Strand, passiert das Gelände des Montemar und landet über diese Abkürzung direkt an einer kleinen Touristenstraße, die über ausgezeichnete Restaurants und typische Touristenläden verfügt. Dort gibt es auch eine gut erreichbare und sehr gepflegte Minigolf-Anlage. Eine Kartbahn liegt an der Hauptstraße in der zu Fuß erreichbaren Umgebung (haben wir jedoch nicht genutzt). Die Fahrt zum Kamari dauerte vom Airport mit dem TUI-Bus etwa 60 bis 70 Minuten.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Das Sport- und Freizeitangebot des Kamari ist eher begrenzt - Discos oder Wellness gibt es nicht. Wassersport ist erreichbar, neben der Poolbar gibt es Billard und ein Spiel namens Speedy. Der Supermarkt (siehe oben) ist in Ordnung, auch preislich okay. Strand siehe oben. Der Pool ist ein Frischwasserpool. In den ersten Tagen wärmer, da die Sonne ihn gut aufgeheizt hatte. Dass hier in regelmäßigen Abständen ein Komplettaustausch vorgenommen wurde, zeigte sich an dem Tag, an dem wir hineinsprangen und er einige Grade kühler war - ungewohnt, dennoch angenehm. Das Gäste-Liegestühle-Problem ist leider auch an diesem Hotel nicht vorüber gegangen. Wer zu spät aufsteht, kann ggf. Probleme bekommen, sich am Pool niederzulassen. Der Pool hat eine Tiefe von ca. 0,50 bis 2,50 Metern. Ein Kinderbecken ist direkt daneben.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 2 Wochen im August 2005 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Petra & Karsten |
| Alter: | 31-35 |
| Bewertungen: | 2 |


