Ich muss voraussschicken, das ich seit mind. 6 Jahren regelmäßig hierherkomme und für einige Dinge vielleicht schon betriebsblind bin. Andererseits habe ich ein Gespür dafür entwickelt, wo ständige Probleme herrschen und wo andere Urlauber einfach nur Pech hatten. Wir kommen immer als kinderloses Paar im Februar - soviel zu unserer Perspektive. WLAN ist vorhanden, aber erstens sehr teuer und durch die Anzahl der Gäste sehr langsam. Eine eigene Buchung übers Smartphone ist billiger und schneller. Hier verliert das Lanzaplaya derzeit den Anschluss an das, was an Service üblich ist. Im Februar treffen wir hier viele Deutsche und viele Skandinavier, vor allem ältere Paare, einige auch mit Behinderung (damit möchte ich sagen, das das Hotel auch für behinderte Menschen geeignet ist). Aber auch Familien mit kleinen Kindern sind da. Das Hotel ist groß, aber wie die meisten Gebäude auf Lanzarote niedrig gebaut - Erdgeschoß und erster Stock, jeweils den Hang hinaufgebaut. Das Hotel experimentiert seit Jahren mit einem All Inklusive Angebot, was aber nur von den wenigstens Gästen gebucht wird, vielleicht 1%. Die Allermeisten haben Halbpension gebucht. Insgesamt ist das Hotel in einem guten und sauberen Zustand. Es gibt 2 weitere Hotels in Puerto del Carmen, die genausogut oder besser sind, diese sind aber mit Abstand teurer! Das Lanzaplaya hat daher meiner Meinung nach das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.Das ist auch der Grund, warum ich sechs Sonnen vergebe. Das Wasser auf Lanzarote ist zum Duschen und Zähneputzen geeignet, jedoch gechlort und somit kein Trinkwasser. Mineralwasser gibt es in 1,5 Liter Flaschen, 3l, 5l und 8l Kanistern billig bei Spar zu kaufen. Nehmen Sie das auch zum Kochen und Kaffeekochen. Wie bereits erwähnt reisen wir meistens im Februar, und zwar 2+3. Februarwoche. Das ist die Grenzzeit, in der es langsam anfängt, jeden Tag etwas wärmer zu werden. Es kann aber auch noch den einen oder anderen Regentag oder bewölkten Tag geben. Daher absolvieren wir in den ersten Tagen unsere Wanderungen oder mieten ein Auto und besuchen die zahlreichen Wirkungsstätten Caesar Manriques. Wenn Sie das erste Mal kommen, sollten Sie dafür 2 Tage einplanen. Mit Kindern und Kamelreiten 3 Tage ;-) Übrigens sollten Sie auch nach Orzola fahren (ganz an der Nordspitze) und dort frischen Fisch essen. Als Autovermietung kommt fast nur noch Cabrera Medina in Betracht, eine Kette, die in den letzten Monaten fast alle anderen Autovermietungen in Puerto del Carmen übernommen hat, was mich persönlich ärgert, dem Service aber keinen Abbruch tut. Unten an der Promenade, direkt an der Brüstung zum Strand hin, liegt das Cafe el Mirador. Hier können Sie mit einer tollen Aussicht auf den Atlantik kleine Snacks zu sich nehmen. Die Preise und Portionen gehen völlig in Ordnung. Abends empfehle ich die Cocktailbar "Cafe la Ola", vom Hotel aus runter an die Promenade, links rum, ca. 10 Minuten Fußmarsch auf der rechten Seite, direkt am Meer. Man kann in indischen weichen Kissen oder sogar in einem Himmelbett liegen, Cocktails schlürfen und auf den Atlantik schauen. Nachmittags gibts übrigens auch Kaffee+Kuchen. Die gesamte Bar ist von der Ausstattung, Licht, Athmosphäre und Musik her ein Traum. Wer mal was erleben möchte, im Februar ist in Puerto del Carmen Karneval, und zwar in einer Größenordnung, die man der kleinen Insel gar nicht zutraut. Da fällt selbst verwöhnten Großstädtern noch die Kinnlade runter. Erst gibt es eine riesige Prozession, in der Größe wie der Hamburger CSD, danach ein rauschendes Fest unten am Hafen. Zu guter Letzt: bitte beachten Sie, das Lanzarote politisch vielleicht zu Europa gehört, geografisch und klimatisch jedoch ein afrikanisches Land ist! Wer auf den Kanaren seine Cola oder Schokoladenkekse über längere Zeit offen stehen lässt, wird unweigerlich ungebetenen Besuch bekommen (auf Lanzarote meist Ameisen. Auf Gran Canaria sind es meist Kakerlaken) Angebrochene Lebensmittel gehören in den Kühlschrank !!! Für alle Fälle gibts aber unter der Spüle Ameisenspray...
Die Fernseher sind derzeit in den meisten Zimmern noch kleine Röhrenfernseher, werden aber derzeit (Februar 2013) ausgetauscht gegen Flachbild. Radio ist leider nicht vorhanden (schade). Die Zimmer sind bei Ankunft sauber bis auf ein paar kleine Stellen an den Badezimmerfugen und vor allem die Lüftung des Bades. Diese ist eigentlich immer dreckig. Im Laufe des Aufenthaltes 2013 wurde regelmäßig durchgewischt, allerdings nur der Boden, keine anderen Flächen wie Türen oder Tische. Das war in den letzten Jahren besser. Die Zimmergröße ist für 2 Personen perfekt, für 2 Personen mit Kind immer noch völlig in Ordnung. Zu viert würde ich davon abraten, es sei denn die vierte Person ist ein Säugling. Die Küche ist mit Herd, Kühlschrank und Mikrowelle ausgerüstet, das Kühlfach hat jedoch nur 2 Sterne und ist ständig vereist. Das wundert mich seit Jahren, achtet das Hotel doch seit Jahren immer mehr auf ökologische Aspekte. Das Hotel schränkt leider die möglichen Gäste auf Paare und Singles ein, indem es die Badezimmertür mit einer Milchglastür versieht, mit etwas Luft darüber und darunter. Verständlich, wenn hier bei Freunden die Freundschaft aufhört. Unverständlich, das Lanzaplaya hier keine ordentlichen Türen eingebaut hat. Ich muß mich jedes Jahr wieder erstmal daran gewöhnen. Wer in den Zimmern 8xxx landet, hat einen sehr stark begrünten Zugang zu seiner Zimmertür - so grün das es kein Licht mehr gibt und man wie in einen Tunnel läuft. Wer in einem Zimmer ganz vorne oder ganz hinten landet, hat ein Badezimmerfenster - nur begrenzt Grund zur Freude, denn es handelt sich NICHT um Milchglas. D.h. man steht in der Dusche auf dem Präsentierteller. Dann nehme ich doch lieber mit dem Oberlicht Vorlieb, das es in den anderen Bädern gibt. Eine Klimaanlage gibt es nirgends, ist aber meiner Meinung nach auf den Kanaren auch nicht wirklich nötig. Für die Größe und Einrichtung der Zimmer volle Punktzahl, für die schmutzige Badezimmerlüftung und die Glastür gibts eine Sonne Abzug.
Die Angestellten des Restaurants können ebenfalls alle Englisch, ein paar Wörter Deutsch, freuen sich aber sehr über Versuche der Gäste, auf Spanisch zu bestellen. Das erfordert nur wenige Vokabeln und man zeigt damit sein Interesse am Land! Das Restaurant hat - ja, die anderen Bewerter haben Recht - den Charme einer Bahnhofshalle. Mich persönlich störts weder die Größe noch der Lärmpegel, zumal die Decke sehr hoch ist, d.h. man fühlt sich von den Menschenmassen nicht erdrückt wie es in einem niedrigen Raum der Fall wäre. Sicher wäre es netter, gäbe es einige Separees, aber das ist wohl reinigungstechnisch nicht machbar. TIPP : Nur wenige Gäste kommen auf die Idee, draußen auf dem Restaurant-Balkon zu frühstücken. Das ist aber durchaus erlaubt. Es traut sich nur häufig keiner, die Tür nach außen als Erster zu öffnen, und so drängeln sich alle drinnen :-) Es gibt immer eine reichliche Auswahl an Speisen, die Qualität ist meist gut und ist denselben Schwankungen ausgesetzt wie in anderen Hotels. Man merkt es eben, wenn der Chefkoch nicht da ist :-) dann kann der Brokkoli auch mal verkocht sein. (Was ich nicht begreife sind die Touristen, die ganz klar ein 4-Sterne Hotel mit Buffet buchen und sich anschließend beschweren das es kein 5-Sterne Menü à la Carte gab.) Das Restaurant ist immer sauber und umgestoßene Gläser etc werden schnell entfernt und ersetzt. 1x in der Woche gibt es kanarische Küche, 1x in der Woche etwas anderes (ein paar Jahre lang war das italienisch, derzeit ist es mexikanisch). Wenn es kanarische Küche gibt, kommt meist noch eine Folkloregruppe, die sich auf die Treppe stellen und mit ihren Gitarren musizieren. Keine Sorge, die kommen nicht an die Tische. Was mich etwas wundert, ist das die hoteleigene Bar IMMER geschlossen hat, zumindest im Februar. Vielleicht ist das im Sommer anders? Ich würde hier gerne ab und zu mal sitzen. Das ist mir in sechs Jahren nur 1x gelungen, vermutlich hielt sich der Angestellte dort versehentlich auf. Für die Freundlichkeit und das Essen volle Punktzahl, für die Lautstärke und die geschlossene Hotelbar 1 Sonne Abzug.
Das Personal des Lanzaplaya weist eine extrem geringe Fluktuation auf, und das sagt meiner Meinung nach schon einiges aus. Die Angestellten strahlen Ruhe und Zufriedenheit aus, sind freundlich zu den Gästen und teilen sich die Fremdsprachenkenntnisse, die von Deutsch über Holländisch bis Norwegisch reichen. Englisch können alle. Vom Empfang aus kann man mit dem Fahrstuhl auf die Ebene fahren, auf der sich Pool, Restaurant und einige Appartements befinden. Einige dieser Appartement sind stufenlos, d.h. behindertengerecht. Möchten Sie ein behindertengerechtes Appartement, sollten Sie unbedingt direkt beim Hotel buchen und Ihre Behinderung angeben. Sonst landen Sie womöglich im ersten Stock, einmal den Hang hinauf! Was mich seit Jahren nervt: die Putzfrauen haben die Aufgabe, Schäden und fehlende Gegenstände (Kaffeemaschine, Vorhang, ....) an ihre Chefin zu melden und diese wiederum an die Rezeption. Das hat noch NIE geklappt. Wenn wir ankommen machen wir immer erstmal Inventur und melden alle fehlenden Gegenstände an die Rezeption. Das wird dann prompt erledigt! - ist aber eigentlich nicht unsere Aufgabe. Verbesserungswürdig sind die Services "WLAN" und "Kofferwaage", denn diese sind derzeit kostenpflichtig. Eine kostenpflichtige Kofferwaage habe ich vorher noch nirgends gesehen. Den gesamten anderen Service des Hotels, von der Extra-Wolldecke bis zu Busfahrplänen, kann ich als sehr freundlich bezeichnen. Für das tolle Team volle Punktzahl, für die mangelnde Kommunikation im Putzgeschwader gibts eine Sonne Abzug.
Das Hotel ist sehr weitläufig und erstreckt sich quer zur Flaniermeile. Das bedeutet, das man sowohl Zimmer in der Nähe der Diskotheken (Zimmer 6xxx - 8xxx) als auch sehr ruhige Zimmer erhalten kann. Prinzipiell liegt die Flaniermeile aber VORNE, die Schlafzimmer gehen aber nach HINTEN raus. Prinzipiell klingt das jetzt schlimmer als es ist, man ist hier nicht auf dem Ballermann. Es gibt am Wochenende ab ca. 1h bis ca. 4.30h einen leichten Geräuschpegel, wer totale Stille gewohnt ist und vorhat im Wohnzimmer zu schlafen, sollte Ohropax mitbringen. Der Strand, die Flaniermeile und die Bushaltestellen zu den Nachbarorten liegen innerhalb weniger Minuten Fußmarsch. Die Nachbarorte will aber keiner sehen, außer Puerto Calero, und dorthin wandert man am Besten (immer am Meer entlang). Am Strand gibt es aber viele Verkäufer und Möchtegern-Masseurinnen, die ziemlich nerven. Nehmen Sie 15 Minuten Fußmarsch auf sich, Richtung Arrecife, und Sie kommen an einen riesigen Strand - der ist so groß, das die meisten Verkäufer keine Lust haben, sich hier die Füße wundzulaufen. Statt 20 kommen also nur 2 im Laufe des Tages vorbei. Auch in Puerto del Carmen gibt es mittlerweile viele "zu verkaufen" - Schilder, die Arbeitslosigkeit ist hoch auf Lanzarote. Der Ort ist trotzdem noch der Schönste den es auf Lanzarote gibt. (Arrecife und Co. können Sie sich getrost schenken, interessant sind aber die ganzen Kulturpunkte von Caesar Manrique) Viel erschreckender finde ich, das sich in Puerto del Carmen derzeit viele chinesische Restaurants und Geschäfte breitmachen, teilweise auch vorhandene Geschäfte übernehmen. Als Bauarbeiter sowie als Angestellte werden ausschließlich Chinesen eingestellt. Das erinnert mich ein wenig an St Pauli in Hamburg, wo ganze Straßen ebenfalls in einer einzigen Hand sind. Insgesamt kann ich nach 6 Jahren Lanzaplaya-Urlaub sagen: Sie können hier genausogut in der Sonne entspannen wie auch sich ins Nachtleben stürzen. Die Lage ist sehr gut, an der richtigen Stelle zwischen "ruhig gelegen" und "gut erreichbar". Für die gerade entstehende chinesische Monokultur gibts aber eine Sonne Abzug.
Beliebte Aktivitäten
- Strand
Es gibt einen sehr kalten Pool und einen kühlen.Außerdem einen sehr kleinen Kinderpool. Angesichts des sehr kalten Atlantiks im Februar aber durchaus eine Alternative. Vor allem wenn es windig ist und man am Strand eher paniert wird, ist die Poolliege durchaus eine Alternative. Natürlich gibt es auch hier die üblichen Vollhonks, die aufstehen, ihre Handtücher hinlegen und wieder Schlafengehen. Die Duschen am Pool haben so häufig nicht funktioniert, das ich sie schon gar nicht mehr ausprobiere. Ich habe ja eine super Dusche im Zimmer. Kinderanimation etc gibt es nicht und der Spielplatz hat den Namen nicht verdient. Wer mit Kindern hierherkommt, muss sie also selbst bespaßen. Es gibt zwar nicht so viele Familien mit Kindern im Lanzaplaya, aber die, die da sind, machen keinen unzufriedenen Eindruck. Es gibt ein wenig versteckt einen Billardtisch und ein Airhockey. Beides gibts aber genauso gut auch im Ort selbst. Aus unerfindlichen Gründen gibt es im Empfangsbereich ein Fernsehzimmer. Den Fernseher habe ich den letzten Jahren nie eingeschaltet erlebt. Wozu auch? Ich habe ja einen im Zimmer. Aber es gibt hier Bücherregal zum Bücher- und Zeitschriftentausch unter den Gästen. Für die Stimmung, den saubern Pool und die Menge und Qualität der Liegen volle Punktzahl, für die fehlenden Freizeitangebote und auf Verdacht für die Duschen gibts 2 Sonnen Abzug.
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Paar |
| Dauer: | 2 Wochen im Februar 2013 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Karsten |
| Alter: | 36-40 |
| Bewertungen: | 1 |


