Urlaubstipps
Zehn Gründe, warum Du Urlaub in Irland machen solltest
Manche Reiseziele fühlen sich schon nach kurzer Zeit vertraut an. Irland gehört dazu. Vielleicht liegt es an der Landschaft, die ständig ihr Gesicht wechselt. Vielleicht an den Gesprächen, die sich oft ganz von selbst ergeben. Oder daran, dass man hier selten in Eile ist. Wer Irland besucht, merkt schnell: Ein Wochenende reicht kaum aus, um der Insel gerecht zu werden. Mit ein paar Tagen mehr kannst Du ihre ganze Vielfalt entdecken. Hier sind zehn Gründe, warum Du ein bisschen länger in Irland bleiben solltest.
Die Küsten und Landschaften
Zwischen Atlantik, Klippen und Wind
Irlands Küsten zählen zu den abwechslungsreichsten Europas. Der Wild Atlantic Way erstreckt sich über rund 2.500 Kilometer entlang der Westküste – von Malin Head in Donegal bis nach Kinsale in Cork. Unterwegs wechseln sich schmale Straßen, weite Strände, kleine Häfen und steile Klippen ab. Immer wieder laden Aussichtspunkte dazu ein, anzuhalten und das Panorama zu genießen.
Im Norden verläuft die Causeway Coastal Route entlang einer der eindrucksvollsten Küstenabschnitte der Insel. Auf etwa 190 Kilometern verbindet sie Belfast mit Derry~Londonderry. Basaltsäulen am Giant’s Causeway, einem UNESCO-Welterbe, erzählen von vulkanischer Aktivität vor rund 60 Millionen Jahren. Die Ruine von Dunluce Castle steht auf einem steilen Küstenfelsen. Wer der Route folgt, kommt auf schmalen Wegen nah an die Klippen heran.
Die Herzlichkeit der Menschen
Ankommen, bleiben, dazugehören
In Irland bist Du selten nur BeobachterIn. Ein kurzer Austausch im Pub, ein paar Worte im Bus oder eine Einladung auf eine Tasse Tee – Begegnungen ergeben sich oft ganz von selbst. Small Talk gehört zum Alltag, wird aber schnell persönlich. Man nimmt sich Zeit, hört zu und erzählt gern. Nicht umsonst wurden die Iren und Irinnen schon öfter als freundlichstes Volk der Welt ausgezeichnet.
Diese Offenheit prägt auch das Reisegefühl. Hier wirst Du mit großer Herzlichkeit und ehrlichem Interesse empfangen. Gerade bei einer längeren Reise hast Du mehr Zeit für Begegnungen, die noch lange in Erinnerung bleiben.
Das kreative Cork
Kreativität, Küche und Küste
Cork gilt als kulinarisches Herz Irlands und verbindet lebendiges Stadtleben mit Nähe zur Natur. Cafés, Märkte und Restaurants prägen das Bild, dazu kommen Galerien, Museen und eine lebendige Kulturszene. Gleichzeitig ist die Stadt ein idealer Ausgangspunkt, um mehr von der Insel zu entdecken – besonders für Reisende, die Kultur und Geschichte erleben wollen.
Von Cork aus erreichst Du die Küste des Wild Atlantic Way, den Hafenort Kinsale oder Halbinseln wie Beara in kurzer Zeit. Cork ist aber auch das Tor zu Irlands historischem Osten. In der Hafenstadt Cobh informiert die Titanic Experience über eines der berühmtesten Kapitel der Seefahrtsgeschichte. Im Zentrum von Cork widmet sich das Butter Museum augenzwinkernd einem Produkt, das früher ein bedeutender Exportschlager war. Und nur eine kurze Fahrt entfernt liegt Blarney Castle: Wer dort den legendären Blarney Stone küsst, soll mit besonderer Redegewandtheit belohnt werden – eine Legende, die zur irischen Freude am Geschichtenerzählen passt.
Irland ist aus Mitteleuropa gut erreichbar. Direktflüge bringen Dich in etwa zwei Stunden nach Dublin, Cork, Kerry, Shannon oder Knock. Auch Nordirland ist gut angebunden: Belfast erreichst Du mit einem Zwischenstopp, zum Beispiel über Amsterdam.
Die besonderen Momente
Erlebnisse, die in Erinnerung bleiben
In Irland lohnt es sich, Zeit für besondere Aktivitäten einzuplanen. Wie eine Kajaktour in einer geschützten Bucht, früh am Morgen, wenn das Wasser noch ruhig ist. Mit etwas Glück begegnest Du dabei sogar Delfinen. Oder Du machst einen Ausritt an einem der Strände an der Westküste, begleitet vom Rhythmus der Wellen. Oder Du genießt einen Abend unter klarem Himmel in einem der Dark-Sky-Gebiete, fernab künstlicher Beleuchtung.
Bei einer längeren Reise entdeckst Du die vielfältigen Landschaften auf ganz unterschiedlichen Wegen. Mal bei einer Küstenwanderung, mal bei einer Radtour auf einer ehemaligen Bahnstrecke, mal beim Golfen mit Blick auf den Atlantik. Langweilig wird es Dir hier garantiert nicht.
Das historische Derry~Londonderry
Stadtmauern, Streetart und neue Perspektiven
Derry~Londonderry ist die einzige Stadt Irlands mit einer vollständig erhaltenen, begehbaren Stadtmauer aus dem frühen 17. Jahrhundert. Ein Rundgang entlang der Mauern führt durch mehrere Jahrhunderte Geschichte – und zeigt zugleich, wie sich die Stadt in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat.
Moderne Brücken, großflächige Wandbilder und das Leben entlang des River Foyle spiegeln den Wandel der Stadt. Wer die Serie Derry Girls kennt, findet in der gleichnamigen Ausstellung einen humorvollen Zugang zur jüngeren Geschichte Nordirlands.
Auf dem Weg zwischen Belfast, der Causeway Coast und Donegal eignet sich Derry~Londonderry als Haltepunkt – für einen Stadtspaziergang, ein Museum oder einfach eine Pause mit Blick aufs Wasser.
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Die Kulinarik
Einfach, regional, zeitgemäß
Die irische Küche hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Neben traditionellen Gerichten wie Irish Stew oder Fish and Chips spielt heute die Qualität regionaler Zutaten eine zentrale Rolle – insbesondere entlang der Küste.
An Irlands Küste stammen Fisch, Muscheln und Meeresfrüchte oft direkt aus lokalen Zuchten oder vom Tagesfang. Austern, Lachs und Makrele werden frisch verarbeitet, viele Betriebe befinden sich unmittelbar am Meer. Entlang des Wild Atlantic Way reihen sich Räuchereien, Austernfarmen, Seafood-Bars und Feinkostläden. Austern werden gern draußen gegessen, mit Blick aufs Wasser – klassisch begleitet von einem Guinness, dessen herbe Noten perfekt zur salzigen Frische passen.
Auch Algen erleben in Irland ein Comeback. Als Zutat in Brot, Pasta oder Gin, oder bei geführten Seaweed-Erlebnissen, bei denen man selbst sammelt und mehr über Herkunft und Verwendung lernt. Besonders an der Küste, etwa in Sligo oder West Cork, gehören sie fest zur kulinarischen Identität.
Wer tiefer in die Inselkulinarik eintauchen möchte, folgt einem der Food Trails, besucht Wochenmärkte oder nimmt an Kochkursen teil. Festivals wie Cork on a Fork zeigen, wie lebendig Irlands Küche heute ist. Dazu gehören natürlich auch Getränke: Tee ist ständiger Begleiter, Bier sowieso. Und auch der irische Whiskey erlebt eine neue Blüte – mit vielen Destillerien, die Einblicke in ihr Handwerk geben.
Die beiden Hauptstädte
Dublin und Belfast
Dublin verbindet lebendiges Stadtleben mit viel Grün. Parks wie der Phoenix Park, einer der größten innerstädtischen Parks Europas, liegen nicht weit vom Zentrum entfernt. Zwischen Trinity College, kleinen Buchläden und Pubs mit Livemusik erlebst Du eine Mischung aus Kreativität und Gelassenheit. Wer eine Pause vom Trubel sucht, erreicht die Küste bei Howth in kurzer Zeit – ideal für einen Spaziergang mit Blick aufs Meer.
In Belfast begegnen sich industrielle Vergangenheit, politischer Wandel und eine lebendige Musikkultur. Als UNESCO City of Music ist Livemusik fester Bestandteil des Alltags – in kleinen Venues ebenso wie bei Festivals. Diese kreative Energie trifft am ehemaligen Werftgelände auf die industrielle Vergangenheit der Stadt. Im Museum Titanic Belfast erfährst Du mehr über den Bau und die Geschichte des berühmten Schiffes. Spannend ist auch der Besuch des St. George’s Market. In dieser Markthalle, deren Wurzeln ins 17. Jahrhundert zurückreichen, findest Du nicht nur regionale Spezialitäten und beliebtes Streetfood, sondern hörst auch Live-Musik von lokalen MusikerInnen. Belfast ist außerdem gut gelegen für Ausflüge entlang der Nordküste, etwa zum Giant's Causeway.
Pubs und Musik
Begegnungen bei einem Pint
Einen guten Einblick ins irische Alltagsleben bekommst Du in Pubs. Treffpunkte für Nachbarn, Freunde und Reisende gleichermaßen. Hier wird nicht nur getrunken, sondern auch diskutiert, gelacht, erzählt und musiziert.
Sobald die Fiddle erklingt und das erste Lied angestimmt wird, füllt sich der Raum schnell mit Energie. Die Musik ist präsent, manchmal laut, oft spontan und immer gemeinschaftlich. MusikerInnen setzen sich zusammen, spielen bekannte Melodien, andere steigen ein und machen mit. Wer Zeit im Pub verbringt, erlebt nicht nur Unterhaltung, sondern einen wichtigen Teil irischer Alltagskultur – geprägt von Austausch, Gemeinschaft und einer langen musikalischen Tradition.
Irlands herzliche Mitte
Entschleunigung auf dem Wasser
In der Mitte der Insel wirkt Irland gelassener. Der Shannon, längster Fluss des Landes, fließt durch weite Seenlandschaften, kleine Orte und grüne Uferzonen. Über einen Kanal ist er mit dem Lough Erne in Nordirland verbunden – zusammen bilden sie eine der längsten schiffbaren Wasserstraßen Europas.
In dieser Region ist vieles vom Wasser geprägt. Boote bewegen sich langsam über Flüsse und Seen, AnglerInnen stehen am Ufer, in kleinen Häfen vergeht der Tag ohne Eile. Ideal für UrlauberInnen, die bewusst einen Gang runterschalten wollen. Besonders beliebt sind Hausbootreisen, für die kein Bootsführerschein nötig ist. Hier entscheidest Du jeden Tag neu, wo Du anlegen möchtest. Eine andere Perspektive auf Irland – leise, nah und entschleunigend.
Außergewöhnliche Schlafplätze
Übernachten in Burg, Baumhaus oder Glaskuppel
In Irland gibt es Unterkünfte, die sich deutlich vom Standardhotel abheben – historisch, ungewöhnlich gelegen oder bewusst schlicht. Wenn Du etwas Ausgefallenes suchst, kannst Du zum Beispiel in Antrim in einer Burg schlafen oder in Donegal in einem Baumhaus übernachten.
Eindrucksvoll sind auch Übernachtungen in den Glaskuppeln am See Finn Lough, wo Du aus dem Bett den Sternenhimmel beobachten kannst. Auch Glamping ist auf der Insel vertreten – von stilvollen Hütten im Boyne Valley bis zu außergewöhnlichen Anlagen auf historischen Anwesen.
Wer seine Reise gut plant, kann verschiedene Unterkunftsarten miteinander verbinden. So wird nicht nur der Tag, sondern auch die Nacht zu einem Teil der besonderen Momente, die Irland ausmachen.