- BehindertenfreundlichkeitGut
- Zustand des HotelsGut
- Allgemeine SauberkeitGut
Hier einmal der ausführliche Bericht eines in den letzten Jahren „all inclusiv“ verwöhnten Türkeiurlaubers. Die Fahrt vom Flughafen zum Hotel dauert – abhängig vom Verkehr – etwa eine Stunde und bietet selbst noch nichts Sehenswertes. Das ändert sich jedoch, wenn man in Novo Sancti Petri ankommt. In dem Urlaubsort reiht sich ein schickes Hotel an das Andere, die in der Regel durch schöne Golfanlagen voneinander getrennt sind. Das Ganze macht einen tollen „grünen“ Eindruck, wobei das Bemerkenswerte daran ist, dass die Hotels sämtlich neben dem Erdgeschoss eine Höhe von noch maximal zwei weiteren Stockwerken haben. Das alles wirkt sehr einheitlich und passt hervorragend in die Landschaft – insbesondere zum dichten Kiefernbaumbestand. Optisch hat uns der Ort sehr gut gefallen (viel besser als Side, Belek etc.). Es gibt dort auch Einkaufsmärkte (z.B. einen Supermarkt) in unmittelbarer Nähe, dafür aber allerdings keine schönen Restaurants. Auch das Barrosa Park macht optisch von außen einen eleganten Eindruck, der durch die schönen Nachbarhotels (z.B. das Sensimar) noch erhöht wird. Dieser Eindruck wird durch die äußerst großzügige Empfangshalle mit schönem Pflanzenbestand noch weiter verstärkt. Das Hotel selbst ist weitläufig und besteht aus verschiedenen Gebäudekomplexen, die meist direkt ineinander übergehen. Hier gibt es dann allerdings auch den ersten Kritikpunkt, denn wir mussten unsere Koffer sowohl vom Bus – der nicht direkt am Eingang hielt - zur Rezeption, als auch sodann insbesondere von der Rezeption in unser Zimmer alleine „schleppen“. Das kenne ich aus allen Hotels in der Türkei und den anderen Ländern, in denen wir in den letzten Jahren waren, anders. Letzteres war schon insoweit problematisch, als die Zimmer nicht leicht zu finden waren und wir später auch andere Gäste gesehen haben, die verzweifelt mit ihren Koffern um den Poolbereich herum nach ihren Zimmern suchten. Der „check-in“ verlief zunächst schleppend, was insbesondere daran lag, dass zwei Spanier sich einfach vordrängelten und gleichwohl auch zuerst „bedient“ wurden. Ansonsten gibt es jedoch für die Mitarbeiter an der Rezeption, die einem immer mit Rat hilfreich und freundlich zur Seite standen, einen Pluspunkt. Bei der Rezeption kann man sich dann gegen eine Gebühr und eine kleine Kaution auch einen der dort befindlichen Safes mieten (was allerdings nervig war, da man sich ständig um den kleinen Safeschlüssel sorgte – Safe mit Zahlenkombination im Zimmer wäre besser) und sich gegen eine Kaution von je 10,- € auch Badehandtücher ausleihen. Man kriegt hierfür jeweils eine Bescheinigung, die aufzuheben sind, da man ansonsten die Kautionen nicht zurück erhält. Also trotz Stresses beim Einchecken und späterem Koffer auspacken hierauf aufpassen! Wir hatten eine Juniorsuite mit Balkon und Meerblick gebucht. Die Aussicht auf Strand und Meer war fantastisch. Die Juniorsuite selbst bestand aus einem Wohnbereich und einem gesonderten Schlafzimmer. Die beiden Zimmer waren ausreichend groß. Anders als das Bad mit einer Badewannendusche, das ich als etwas zu klein empfand. Auch hatten wir in der ersten Nacht ein Problem mit dem Bett für unsere 17jährige Tochter. Obwohl wir als drei Vollzahler gebucht hatten, meinte man, dass ein aus dem Wohnzimmersofa herausziehbares Klappbett ausreichen würde. Das Klappbett war jedoch zu klein, wackelte und war völlig durchgelegen. Wir wollten uns schon beschweren, als es an der Zimmertür klopfte und das Abendzimmermädchen (!) erschien, das Problem sofort erkannte und umgehend dafür sorgte, dass wir noch ein gesondertes Bett in den Wohnbereich gestellt bekamen, was der dortige Platz auch problemlos hergab. So nett die Aktion auch war, fragte man sich aber unwillkürlich, warum das Bett nicht gleich aufgestellt wurde. Schlafen konnte man im Übrigen prima in den Betten. Zunächst jedenfalls, denn die Zimmer waren sehr hellhörig. Nach ein paar Tagen zogen leider sowohl über uns, als auch neben uns andere (neue) Urlauber ein und von da an war es vorbei mit der Ruhe. Während die Urlauber über uns stets ein lautes Mitternachtsduschen einlegten, war die Familie neben uns grundsätzlich ziemlich laut und kochte auch stets selbst im Zimmer, so dass man deren Kochgerüche dann ebenfalls noch „mitgenießen“ konnte. Dafür war wenigstens die Reinigung der Zimmer 1 A. Jedenfalls viel besser, als wir es oft in unseren letzten Türkeiurlauben erlebt hatten. Der Pool war ausreichend groß und schön angelegt. Das Wasser war angenehm temperiert und erfrischend. Etwas genervt hat allerdings, dass der Pool – trotz Nutzung - selbst noch um 10.00 Uhr gereinigt wurde. Das kennen wir aus anderen Hotels besser. Liegen waren genug vorhanden, wobei leider auch im Barrosa die Handtuchleger das Sagen hatten. Anders als in anderen Hotels bekam man jedoch trotz dessen selbst um ca. 09.00 Uhr noch Plätze am Pool. Gut gefallen hat mir, dass der Pool behindertengerecht ausgerichtet war. Es gab sogar eine Hebeeinrichtung ins Wasser für Rollstuhlfahrer. Viele zog es aber ohnehin an den Strand. Der war sensationell - unglaublich breit und nahezu ohne Steine. Das Hotel liegt direkt am Strand, zu dem man über einen Holzweg durch Dünen gelangt. Allein dies wirkt schon sehr schön. Das Meer (der Atlantik) hatte über 20° Grad Wassertemperatur und die hohen Wellen waren eine Wucht. Es machte riesigen Spaß dort zu baden. Für kleine Kinder war es deswegen eher ungeeignet. Die Wellen verlangten nämlich schon Standfestigkeit, um nicht umgeworfen zu werden und entwickelten dementsprechend dann auch wiederum eine Sogwirkung. Selbst der Strand in Sarigerme (Türkei) kam jedenfalls nicht annähernd mit dem an der Costa de la Luz mit. Liegen am Strand mussten allerdings gesondert bezahlt werden und der etwas längere Aufenthalt dort erforderte ansonsten auch zusätzlich die Anschaffung einer Unterlage und eines Schirms. Das war schon etwas ärgerlich. Das Essen im Barrosa – wir hatten Halbpension mit Frühstück und Abendbuffet – war zwar nicht ganz so umfangreich, wie wir es aus unseren Türkeiurlauben her kannten, es war aber gleichwohl vielfältig und schmackhaft. Wir haben insoweit lediglich ein etwas größeres Salatbuffet vermisst. Mittags konnte man dazu, gegen gesonderte Bezahlung natürlich, in einer am Pool gelegenen kleinen Gastronomie essen. Die Speisen dort waren einfach (Burger, Pizza etc), aber wohlschmeckend. Die Gäste bestanden aus (gefühlt) ca. 40% Spaniern, 40% „Deutschsprachigen“ (Deutschen, Österreichern, Schweizern) und 20% „Sonstigen“ (Franzosen, Engländern, Holländern). Gäste aus Ostblockländern waren offenbar nicht da. Es waren sehr viele Familien mit Kindern und Teenagern vor Ort. Eigentlich bin ich noch in keinem Hotel so vielen Kindern und Teenagern begegnet, selbst dann nicht, als unsere Tochter noch jünger war und wir noch selbst genau nach solchen Hotels suchten. Gleichwohl fanden wir das Publikum zunächst äußerst angenehm. Das änderte sich dann leider nach ein paar Tagen, weil der Anteil der Jugendlichen nochmals zunahm und auch ein Fußballkinderjugendcamp aus Deutschland das Hotel in Beschlag nahm. Obwohl gerade die Kids des Camps zum Teil sehr höflich waren, wurde insbesondere aufgrund dessen der Aufenthalt am Pool zunehmend unschön. Das lag vor allem daran, dass u.a. das Hineinspringen oder Hineinschubsen in den Pool zum Normalfall wurde, egal, ob man nun in der Nähe schwamm oder sich sogar am Beckenrand aufhielt. Mehrfach konnten wir von Glück sagen, nicht getroffen worden zu sein. Zudem meinten einige ältere spanische Teenager sich regelmäßig mit einem harten Wasserball über eine längere Distanz hinweg mit voller Wucht abwerfen zu müssen. Die Konsequenz war, dass wir zu „Poolstoßzeiten“ diesen mieden und nur noch hineingingen, wenn dieser leerer und Kinder bzw. Jugendliche sich zumeist am Strand aufhielten. Für Gäste eines „Vier Sterne Hotels“ eine Zumutung, wie ich finde. Den Kindern und Jugendlichen mache ich dabei noch nicht einmal einen Vorwurf. Schuld hatten für mich vielmehr die sogenannten Bademeister am Pool, die dies nicht verhinderten, sondern eher stets dadurch glänzten, den Pool zu ignorieren und sich den ganzen Tag möglichst nicht zu bewegen. Ärgerlich war auch, dass zunehmend Gäste größere Speisen mit zu ihren Liegen am Pool nahmen und dort dann verzehrten. Am letzten Tag lagen z.B. Spanier vor uns, die aus einer großen Tasche von Oliven, über Obst und Salate bis hin zu Würstchen und anderen Leckereien alles auspackten und dann genüsslich am Pool verputzten. Auch, dass am Pool geraucht werden durfte, fand ich nicht gut. So stelle ich es mir vielleicht in einem Freibad in Berlin-Neuköln vor, aber nicht in einem Hotel der renommierten Marke „Hipotel“. Für den Gesamteindruck war dies alles jedenfalls schade, da die ersten Urlaubstage im Hotel gezeigt hatten, dass es eben auch anders (und besser) geht. Abends konnte man gemütlich neben dem Restaurant in einem Barbereich sitzen. Von den Cocktails dort waren wir allerdings mehr als enttäuscht, vor allem, weil mit dem Alkohol sehr gegeizt wurde. Eine Pina Colada z.B. sollte auch wie eine solche schmecken. Ich denke, dass ich deshalb auch noch nie so einen schlechten Caipirinha getrunken habe, wie im Barrosa Park. Jedenfalls dann nicht, wenn ich diesen, anders als beim „All Inklusive“ Urlaub, extra bezahlen musste. Es gibt aber vor Ort genug andere schmackhafte Getränke, auf die man ausweichen kann (z.B. einen erfrischenden „Tinto de Verano“). Der größte Unterschied zu unseren vorangegangenen Türkeiurlauben lag in den Abendshows. Das war ein Unterschied wie Tag und Nacht. Gefallen hat uns hier lediglich die „Flamenco Show“. Die Shows der Animateure waren dagegen grauenhaft und die Akteure eher völlig talentfrei. Mehr Worte sollte man hierüber nicht verlieren. Würde ich das Barrosa Park empfehlen? Für Familien mit Kindern und jüngeren Teenagern auf jeden Fall. Sollten wir noch einmal nach Novo Sancti Petri fahren, würden wir uns allerdings für ein ruhigeres Hotel entscheiden. Auch wenn uns die ersten Tage selbst am Pool sehr gut gefielen. Als bisher begeisterte Türkeiurlauber hat uns die Region gleichwohl total überzeugt. Die Costa de la Luz hatte uns bis dato eigentlich nichts gesagt. Von der Landschaft, dem Strand und dem Meer her ist die Region jedoch ein echter Tipp – auch was Kultur und Sehenswürdigkeiten betrifft. Ich werde jedenfalls im Bekanntenkreis ordentlich Werbung hierfür machen. Wir haben u.a. Ausflüge nach Cádiz und Gibraltar gemacht, die ich jedem nur empfehlen kann. Ich würde allerdings dazu raten, gerade für diese beiden Touren keinen Leihwagen zu nehmen, da mir die Autofahrerei dort jeweils sehr stressig erschien. Wenn Ausflüge früh losgehen, kann man sich übrigens vom Hotel ein Frühstückssnack zum Mitnehmen fertigmachen lassen. Sehr zu empfehlen! Ansonsten ist es geradezu Pflicht um ca. 21.45 Uhr vom Strand aus den Sonnenuntergang zu beobachten. Einen Schöneren habe ich bislang nur auf Kos miterlebt. Toll auch, wie viele Menschen noch spät am Abend am Strand joggen oder spazieren gehen.
- ZimmergrößeGut
- SauberkeitSehr gut
- Ausstattung des ZimmersEher gut
- Atmosphäre & EinrichtungEher gut
- Sauberkeit im Restaurant & am TischGut
- EssensauswahlGut
- GeschmackGut
- Freundlichkeit & HilfsbereitschaftGut
- Rezeption, Check-in & Check-outGut
- FamilienfreundlichkeitGut
- Einkaufsmöglichkeiten in UmgebungGut
- Restaurants & Bars in der NäheEher gut
- FreizeitangebotEher gut
Beliebte Aktivitäten
- Strand
- Zustand & Qualität des PoolsGut
- Entfernung zum StrandSehr gut
- Qualität des StrandesSehr gut
- Lage für SehenswürdigkeitenGut
| Infos zur Reise | |
|---|---|
| Verreist als: | Familie |
| Dauer: | 2 Wochen im Juli 2015 |
| Reisegrund: | Strand |
| Infos zum Bewerter | |
|---|---|
| Vorname: | Dirk |
| Alter: | 51-55 |
| Bewertungen: | 7 |


