Ein Warndreieck bei einem Unfall in Thailand © skaman306/Moment via Getty Images
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Gut zu wissen

In diesen Urlaubsländern ist Autofahren am gefährlichsten

Viele Reisende sind im Urlaub am liebsten mit dem Auto mobil: So sind sie jederzeit flexibel und müssen sich um den Transport des Gepäcks keine Sorgen machen. Doch nicht alle Länder sind für Autofahrende gleich sicher. Wir erklären, wo Du besonders vorsichtig fahren solltest.

Risiko vor allem in Entwicklungsländern

Südostasien und Afrika besonders gefährlich

Der aktuelle Bericht der WHO zur weltweiten Straßenverkehrssicherheit lässt hoffnungsvoll in die Zukunft blicken: Die Zahl an Verkehrstoten weltweit ist rückläufig – und das, obwohl es immer mehr Menschen und Autos auf der Welt gibt und das Straßennetz kontinuierlich ausgebaut wird. Trotzdem sind vor allem Entwicklungsländer gefährdet: Fast drei Viertel aller schlimmen Verkehrsunfälle ereignen sich in Südostasien und Afrika. Die größten Risikofaktoren sind dabei Geschwindigkeitsüberschreitung, Alkohol am Steuer sowie nicht genutzte Sicherheitssysteme. Sehr häufig fehlt es an sicheren Geh- und Radwegen und in einigen Ländern gibt es gar keine Rechtsvorschriften zum Thema Fahrsicherheit.

Es geht auch anders

Vorzeigeprojekte in Mexiko, Indonesien und Thailand

Aber es gibt auch positive Beispiele: So wurde das Recht auf eine sichere Mobilität erst 2020 in der Verfassung Mexikos verankert. Guadalajara hat sich der internationalen Vision Zero-Bewegung angeschlossen, die darauf abzielt, die Zahl der Verkehrstoten und schweren Verletzungen auf null zu reduzieren. Die Stadt hat umfangreiche Maßnahmen ergriffen, darunter die Verbesserung der Infrastruktur, wie beispielsweise sicherere Kreuzungen und Fußgängerzonen, die Einführung strengerer Geschwindigkeitsbegrenzungen und die Durchführung von Aufklärungskampagnen zur Sensibilisierung der Autofahrer für die Risiken im Straßenverkehr.

In Indonesien gibt es erfolgreiche Initiativen, um die Verkehrssicherheit zu verbessern und verantwortungsbewusstes Fahren zu fördern. Jakarta hat in Zusammenarbeit mit Automobilherstellern und Technologieunternehmen begonnen, Fahrzeuge mit fortschrittlichen Fahrerassistenzsystemen (ADAS) auszustatten. Diese Systeme umfassen Funktionen wie automatische Notbremsung, Spurhalteassistenten und Verkehrszeichenerkennung, die dazu beitragen, Unfälle zu verhindern und die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen. Die Förderung solcher Technologien ist Teil einer breiteren Strategie, um die Zahl der Verkehrsunfälle zu senken.

Und auch Thailand arbeitet an strategischen Maßnahmen, um die Straßen für alle Verkehrsteilnehmenden sicherer zu machen. Bangkok hat eine Reihe von Verkehrssicherheitskampagnen und Fahrertrainingsprogrammen initiiert, um das Bewusstsein für sicheres Fahren zu schärfen und die Fähigkeiten der Autofahrer zu verbessern. Dazu gehören öffentliche Informationskampagnen zu Themen wie Alkohol am Steuer, das Tragen von Sicherheitsgurten und die Nutzung von Kindersitzen. Darüber hinaus bieten verschiedene Organisationen Fahrertrainings an, die praktische Übungen zur Verbesserung der Fahrkompetenz beinhalten.

Die gefährlichsten Länder für Autofahrende weltweit

Hier gibt es die meisten schweren Verkehrsunfälle

Die meisten Todesfälle im Straßenverkehr im Verhältnis zu ihrer Einwohnerzahl gibt es auf dem asiatischen Kontinent in Armenien, China, Indien, Malaysia, Thailand und Vietnam. Auch in Russland solltest Du auf der Straße sehr aufmerksam sein. In Süd- und Mittelamerika leben AutofahrerInnen in Brasilien, der Dominikanischen Republik, in Ecuador und Guyana am gefährlichsten. Und auf dem afrikanischen Kontinent solltest Du besonders in Marokko, Namibia und Südafrika auf der Hut sein.

Problem Alkohol am Steuer

Südafrika an der traurigen Spitze

Alkohol am Steuer spielt dabei vor allem in Südafrika eine große Rolle. Das ist leider auch in einigen anderen Ländern ein Problem: Die häufigste Ursache für tödliche Unfälle auf Kuba, in Costa Rica, Kanada sowie in den USA und in Neuseeland ist auf erhöhte Alkoholisierung beim Fahren zurückzuführen. In Europa führen Irland, Slowenien, Portugal und Frankreich diese traurigen Top Ten an.

Kaum Verkehrsregeln und schlechte Straßen

Hier ist Vorsicht geboten

Weitere Gefahren lauern in der laxen Auslegung von Straßenregeln, die manche Verkehrsteilnehmende einfach ignorieren. Vorfahrt beachten oder Abstand halten? Ach was – wer bremst, verliert. Auch eine aggressive Fahrweise und schlechte Straßen mit kratertiefen Schlaglöchern können Deine Fahrt zu einem gefährlichen Unterfangen machen. Daher ist es empfehlenswert, besser tagsüber im Hellen und nicht allein zu fahren. Bestehe im Zweifel nicht auf Deinem Vorfahrtsrecht, sondern gewähre Deiner Sicherheit zuliebe den Einheimischen Vorrang.

Unterwegs in Europa

Auf Landstraßen erhöhte Vorsicht walten lassen

Verglichen mit anderen Ländern auf der Welt, kannst Du Dich auf europäischen Straßen einigermaßen sicher fühlen. Doch das heißt nicht, dass Du keine Vorsicht walten lassen solltest: Innerhalb Europas fallen besonders die osteuropäischen Länder in puncto Verkehrssicherheit negativ auf, wie die offiziellen Angaben der Europäischen Kommission zeigen. Gemessen an den Verkehrstoten, ist Rumänien auf einem traurigen Spitzenplatz, was nicht nur an dem schlechten Zustand der Straßen liegt, sondern auch daran, dass die Gurtpflicht häufiger missachtet wird. Auch Bulgarien und Kroatien haben eine vergleichsweise hohe Zahl an Verkehrsopfern, gefolgt von Portugal, Lettland und Griechenland. Besonders gefährlich ist es dabei auf Landstraßen, auf denen mehr als die Hälfte der tödlichen Verkehrsunfälle entstehen. Auch überfüllte Stadtgebiete stellen eine potenzielle Gefahrenquelle dar.

Sicher in den Urlaub

So kommst Du wohlbehalten ans Ziel

Doch egal in welchem Reiseland Du unterwegs bist: Informiere Dich stets vorab über Verkehrsregeln und Sicherheit. Fahre möglichst umsichtig und vorausschauend und halte Dich immer an die Verkehrsregeln sowie an die Geschwindigkeitsbegrenzungen. Das gilt insbesondere auf engen und schlecht einsehbaren Straßen oder auf mangelhaftem Fahrbelag. Vermeide es, riskant zu überholen, und achte auf einen großen Sicherheitsabstand. Solltest Du längere Strecken planen, gönn Dir genügend Pausen. So verhinderst Du, dass Du müde und unkonzentriert wirst. Last, but not least: Im Notfall solltest Du die wichtigsten Notrufnummern sowie die Kontaktdaten Deiner Versicherung direkt griffbereit haben.

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