Möwe schwimmt auf einem überfluteten Platz in Venedig. © ChiccoDodiFC/iStock / Getty Images Plus via Getty Images
© ChiccoDodiFC/iStock / Getty Images Plus via Getty Images

Erdbeben, Waldbrände, Wirbelstürme & Co

Naturkatastrophe im Reiseland während Deines Urlaubs – das ist zu tun

Vulkanausbrüche, Waldbrände, Überschwemmungen, Erdbeben oder Wirbelstürme sind unvorhersehbare Naturkatastrophen, die Dich leider auch im Urlaub überraschen können. Zum Glück geschieht das höchst selten. Solltest Du dennoch das Pech haben, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein, gibt es viel Hilfe von Reiseveranstaltern, Konsulaten und Rettungsdiensten vor Ort. Wir informieren Dich über Anlaufstellen, Rückreisemöglichkeiten und Deine Rechte als Reisender/Reisende in einem betroffenen Gebiet.

Naturkatastrophen am Urlaubsort

Krisensituation im Urlaub

Wenn Du als UrlauberIn in einer Urlaubsregion von einer Naturkatastrophe überrascht wirst, solltest Du zunächst abwägen, wie schlimm Du selbst betroffen bist und ob Dein Leben in unmittelbarer Gefahr schwebt.

Lebensgefahr am Urlaubsort

Sollte Dein Leben unmittelbar bedroht sein, wende Dich an die Rettungsdienste vor Ort, das deutsche Konsulat in Deinem Reiseland oder das Auswärtige Amt in Deutschland. Als deutscher Staatsbürger/deutsche Staatsbürgerin stehst Du unter dem Schutz der Auslandsvertretung. Im Fall einer Naturkatastrophe organisiert das Konsulat die Heimreise aller von der Katastrophe unmittelbar bedrohten StaatsbürgerInnen.

Noch schneller, einfacher und unbürokratischer läuft die bundesstaatliche Hilfe an, wenn Du Dich als deutscher Staatsbürger/deutsche Staatsbürgerin vor Deiner Reise auf der Krisenvorsorgeliste eintragen hast. Dies empfehlen wir vor allem bei längeren Aufenthalten und und längeren Reisen ins Ausland. Der Eintrag auf die Krisenvorsorgeliste erfolgt online über das Auswärtige Amt unter dem Stichwort ELEFAND.

Gefahr im Verzug

Sollte die Naturkatastrophe in Deiner Nähe stattfinden und sich zu einem bedrohlichen Desaster ausbreiten können, tritt schnellstmöglich Deine Rückreise an. Diese kannst Du als Pauschalreisender/Pauschalreisende zusammen mit Deinem Reiseveranstalter organisieren.

Besteht eine aktuelle Reisewarnung für Dein Urlaubsgebiet, die vor Deinem Reiseantritt nicht gegeben war, kannst Du Deine Reise kostenfrei stornieren und Deine Flüge umbuchen. Ob Du Deinen gesamten Reisebetrag oder nur die verlorene Restreisezeit zurückbekommst, hängt von der Kulanz Deines Reiseanbieters ab. Generell gilt, dass Pauschalreisende besser abgesichert sind als ein Individualreisende.

thumbsUp icon
HolidayCheck Tipp

Um einen 100-prozentigen Reiserücktrittsschutz zu genießen, empfehlen wir Dir eine Reiseversicherung . All unsere Versicherungen führen wir in Kooperation mit Elvia durch. Unsere KundInnen profitieren von der Zusammenarbeit mit der bekannten Allianz-Assistance-Tochter.

Rauch von einem Waldbrand in Oregon, USA. © Terry Schmidbauer/Cavan via Getty Images
Waldbrand am Urlaubsort – keine schöne Vorstellung, kann aber leider passieren. © Terry Schmidbauer/Cavan via Getty Images

Was tun bei Naturkatastrophen im Urlaub?

Tsunamis und tropische Wirbelstürme gehören zu den schlimmsten Naturkatastrophen der Welt. Aber auch Waldbrände, Vulkanausbrüche und Erdbeben können fatale Folgen haben. Wo sie auftreten und was Du tun kannst, um Dich zu schützen, verraten wir Dir im Folgenden.

Tsunami im Urlaub

Tsunamis sind höchst seltene Naturphänomene. Doch seit im Jahr 2004 eine gigantische Flutwelle Ferienorte in Thailand und Sri Lanka dem Erdboden gleichmachte, fürchten viele BadeurlauberInnen ein solches Schreckensszenario. Mittlerweile gibt es in den gefährdeten Küstenregionen im Pazifikraum oder Indischen Ozean Frühwarnsysteme. Solltest Du in Deinem Urlaub von einer Tsunami-Warnung überrascht werden, verlasse sofort die Küstenregion. Setze Dich mit dem Auswärtigen Amt in Verbindung und kontaktiere Deinen Reiseanbieter. Ein Tsunami oder eine Tsunami-Warnung gehören zu den außergewöhnlichen Umständen an einem Urlaubsort, die Dir die kostenfreie Stornierung oder den sofortigen Abbruch Deiner Reise garantieren.

Ob eine akute Tsunami-Gefahr besteht, kannst Du daran erkennen, dass sich das Wasser vom Strand (ähnlich einer Ebbe) zurückzieht, die Erde bebt, das Meeresrauschen lauter wird, sich der Meeresspiegel anhebt und Tiere ins Inland flüchten. Wenn Du solche Phänomene beobachtest, musst Du Dich sofort in Sicherheit bringen. Zeit zum Kofferpacken hast Du in diesem Fall nicht mehr.

Waldbrand im Urlaub

Trockenheit, Hitzewellen und Stürme begünstigen Waldbrände und Buschfeuer. Aufgrund des Klimawandels nimmt die Gefahr von Waldbränden rasant zu. Die Feuerinfernos im Jahr 2023 betrafen nicht mehr nur Fernreiseziele wie Kalifornien und Kanada, sondern auch europäische Reiseländer wie Griechenland, Frankreich und Spanien. Selbst in Deutschland brannten die Wälder in den Urlauberregionen Brandenburg und Harz lichterloh. Wenn Dein Ferienort von einem Feuer betroffen ist, hast Du das Recht, Deinen Urlaub abzubrechen oder zu stornieren. Auch ein Großbrand in der Nähe Deines Hotels mit Rauchentwicklung und Ascheregen gehört zu den außergewöhnlichen Naturereignissen, die Dich dazu berechtigen, Deinen Urlaub ohne Mehrkosten umzubuchen und unverzüglich die Heimreise anzutreten.

Wenn Du in Deinem Urlaub einen Waldbrand oder ein Buschfeuer bemerkst, solltest Du umgehend die Feuerwehr alarmieren. Speichere die lokale Notrufnummer in Deinem Handy ab. Vermeide offene Feuer und wirf niemals qualmende Zigaretten aus dem Autofenster. Auch Glasscherben können durch Sonneneinstrahlung Feuer entfachen. Solltest Du Glasabfälle im Wald oder auf Wiesen entdecken, sammle sie ein.

Erdbeben im Urlaub

Erdbeben gehören zu den häufigsten Naturkatastrophen in Europa, besonders der östliche Mittelmeerraum gilt als gefährdet. Die eurasische und die afrikanische Kontinentalplatte reiben hier aneinander, was die Urlauberinsel Kreta zu einem Hotspot für Erdbeben macht. Griechenland, die Türkei, Italien und die Balkanstaaten sind Risikoländer für Erdbeben. Obwohl es in diesen Ländern in den letzten Jahren immer wieder gebebt hat, sind die Todeszahlen relativ gering. Dank der verschärften Bauvorschriften für Hotels, Restaurants, Büros, Geschäfte und Wohnhäuser sind UrlauberInnen selten von Erdbeben gefährdet. Solltest Du trotzdem in Deinem Reiseland von einem Erdbeben überrascht werden, raten wir Dir, unverzüglich abzureisen. Erdbeben können weitere Beben nach sich ziehen. Das heißt, Gefahr ist im Verzug. Den Restbetrag Deines Urlaubs bekommst Du in der Regel unproblematisch von Deinem Reiseveranstalter zurück.

Vulkanausbruch im Urlaub

Es ist um ein Tausendfaches wahrscheinlicher, beim Besuch von Pompeji einen Hitzeschlag zu erleiden, als bei einem Ausbruch des Vesuvs umzukommen. Auch wenn der Vulkan in der Nähe von Neapel zu den neun aktiven Vulkanen Europas gehört, geht von ihm für UrlauberInnen keine Gefahr aus. SeismografInnen überwachen die Aktivitäten aller aktiven Vulkane in Europa engmaschig und sprechen frühzeitig dementsprechende Warnungen aus. Trotzdem kann ein Vulkanausbruch Deine Ferienpläne durchkreuzen. Als im Frühjahr 2010 der Eyjafjallajökull auf Island ausbrach, legte die Aschewolke für mehrere Tage den europäischen Flugverkehr lahm. Zahlreiche UrlauberInnen konnten ihre Reisen nicht oder erst verspätet antreten. Dieses außergewöhnliche Ereignis berechtigte Pauschalreisende jedoch zur kostenlosen Stornierung oder Umbuchung ihrer Reise.

Überschwemmungen im Urlaub

Treten währende Deiner gebuchten Pauschalreise Naturkatastrophen wie Starkregen, Überschwemmungen und Hochwasser auf, kannst Du sie aufgrund der außergewöhnlichen Naturereignisse und der damit verbundenen Unannehmlichkeiten kostenfrei stornieren oder eine Minderung Deines Urlaubspreises beantragen. Dies gilt aber nicht für spontane Gewitter oder schlechtes Wetter am Urlaubsort. Auch persönliche Ängste und Sorgen berechtigen Dich nicht zur kostenfreien Umbuchung oder Stornierung Deiner Reise. Ist Dein Hotel allerdings von der Überschwemmung beeinträchtigt, kontaktiere umgehend Deinen Reiseveranstalter. In diesem Fall kannst Du von Deiner Pauschalreise meist unkompliziert zurücktreten, eine Preisminderung oder Alternative beantragen.

Ob an der Donau, an der Elbe, am Rhein oder der Mosel – Hochwasseralarm gibt es in Deutschland immer wieder. Wenn Du in Deinem Urlaub hierzulande von einer Naturkatastrophe betroffen bist, wende Dich an Deinen Reiseanbieter und im Zweifelsfall an die Verbraucherzentrale des Bundeslands, in dem die Naturkatastrophe stattfindet.

Tropischer Wirbelsturm im Urlaub

Tropische Wirbelstürme (je nach Region auch Hurrikan, Taifun oder Zyklon genannt) entwickeln brutale Kräfte. Glücklicherweise ist ihr Auftreten vorhersehbar. Aus dem blauen Himmel heraus können sie Dich selten treffen. Im Oktober und November herrscht an der Pazifikküste Nord- und Mittelamerikas Hurrikan-Saison. Aber auch im Atlantik und im Karibischen Meer nehmen die katastrophalen Stürme aufgrund des Klimawandels zu. Nach einem Wirbelsturm bricht in der zerstörten Gegend häufig die Infrastruktur zusammen. Jüngstes Beispiel für ein solches Desaster war der Hurrikan Otis, der Ende Oktober 2023 den beliebten Urlaubsort Acapulco in Mexiko zerstörte.

thumbsUp icon
HolidayCheck Tipp

Während der Wirbelsturmsaison solltest Du keinen Urlaub in den gefährdeten Regionen buchen. Wo ein erhöhtes Risiko besteht, kannst Du auf der Webseite des Auswärtigen Amts unter „Hinweise zu Wirbelstürmen im Ausland “ nachlesen.

Zusammenfassung & Fazit

Naturkatastrophen im Urlaub

Wenn Du im Urlaub von einer Naturkatastrophe überrascht wirst, bekommst Du in der Regel schnelle Hilfe. Du kannst Dich an Deinen Reiseveranstalter, das Auswärtige Amt, Hilfsorganisationen vor Ort oder die Verbraucherzentrale wenden. Pauschalreisende haben es etwas einfacher als Individualreisende, die Flug und Hotel unabhängig voneinander gebucht haben. Eine Reiserücktrittsversicherung oder eine Reisekrankenversicherung solltest Du zusätzlich abschließen, um gegen Unglück im Urlaub abgesichert zu sein.